Hennessy Hammock – Explorer Ultralite Asym Classic

| 5. April 2014 | 24 Kommentare

Wer sich mit dem Thema Hammock-Camping beschäftigt, der kommt nicht um die Hängematten von Hennessy Hammock herum. Kaum ein anderes Unternehmen hat diese Branche so stark geprägt und so viele Innovationen hervorgebracht. Grund genug sich ein Hammock System von HH genauer anzusehen. Dabei viel meine Wahl auf die Explorer Ultralite Asym Classic.

Hennessy Hammock Explorer Ultralite

Hennessy Hammock – Explorer Ultralite Asym Classic

Das Explorer Ultralite Asym Classic ist ein Hammock, welches für Personen bis zu einer Körpergröße von 213cm geeignet ist und somit viel Platz bietet. Zwar wäre es mit kleineren Hammocks nochmal ein wenig leichter geworden, doch wollte ich bei meiner ersten Hängematte auf ausreichenden Komfort setzen. Der Zusatz „Classic“ bezieht sich in erster Linie auf den Eingang. Dieser sitzt bei den Classic-Varianten nämlich an der Unterseite. Doch dazu später mehr.

Hennessy Hammock Explorer Ultralite Asym Classic

Hennessy Hammock Explorer Ultralite Asym Classic Hängematte.

Wie alle Hennessy Hammocks ist auch die Explorer Ultralite Serie komplett geschlossen. Das heißt, dass sie auf der Oberseite ein Moskitonetz besitzt und so auch in der Mückensaison einen ungestörten Schlaf beschert. Besonders in Skandinavien ist dieses Feature unersetzlich.

Asymmetrisches Design

Wie die meisten modernen Hammocks, so besitzt auch die HH Explorer Ultralite Asym Classic ein asymmetrisches Design. Das heißt, dass man nicht mittig von Kopf- zu Fußende liegt, sondern schräg. Diese Liegeposition ermöglicht einen flacheren und natürlichen Schlaf. Außerdem liegt man in dieser Position viel sicher in der Hängematte. Ich schaffe es mit dieser Technik sogar problemlos auf der Seite oder gar auf dem Bauch zu schlafen.

Hennessy Hammock asymmetrisch liegen

In der Hennessy Hammock liegt man asymmetrisch und dadurch flacher.

Buttom Entry

Der Eingang im Boden ist eine patentierte Besonderheit der Hennessy Hammocks in der Classic-Serie. Bei den meisten gewöhnlichen Hammocks steigt man von oben bzw. der Seite ein. Bei den Classic Hammocks von Hennessy steigt man jedoch von unten durch den Boden. Dieses Vorgehen bietet einige Vorteile gegenüber dem Einstieg von der Seite:

  • Der Einstieg ist tatsächlich viel leichter und weniger ein Balance-Akt.
  • Gerade in einem stark von Mücken verseuchten Gebiet, kann man die Biester so einfacher draußen lassen.
  • Man stellt die Schuhe automatisch mittig unter der Hängematte und so auch dem Tarp ab.

Der Einstieg gestaltet sich relativ einfach. man öffnet den Kletterschluss am Fußende der Hängematte und zieht sich diese über den Kopf. Dann dreht man sich um 180° und setzt sich genau dort hin, wo die Öffnung endet. Nun kann man sich in Ruhe die Schuhe ausziehen und dann die Beine anziehen und in die Hängematte legen. Der Eingang schließt sich durch das Körpergewicht nahezu automatisch. Manchmal muss man noch ein wenig nachhelfen, damit der Klettverschluss richtig schließt, dass stellt aber kein Problem dar.

Buttom Entry der Hennessy Hammock Ausgang Hennessy Hammock Ausstieg Hennessy Hammock Hennessy Hammock Birth-Entry

Der Ausstieg erfolgt genauso in umgekehrter Reihenfolge. Zuerst öffnet man mit der Hand den Klettverschluss und schlüpft dann mit den Füßen zuerst hindurch.

Ridgeline Organizer von Hennessy Hammock

Der Ridgeline Organizer sorgt für Ordnung.

Ridgeline Organizer

Ein absolut nützliches Tool, dass in keinem Hammock fehlen darf ist der sogenannte Ridgline Organizer. Eine kleine Tasche aus Meshgewebe, die an der Ridgeline (Schnur über der Hängematte, welche diese immer in der gleichen Position hält) hängt. Die Version von Hennessy Hammock hat einen dreieckigen schnitt. So kann man sie bis in die Enden der Hängematte heraufziehen, wo sie niemanden stört. Eine kleine und eine etwas größere Tasche helfen dabei Ordnung zu halten. Zusätzlich zum Organizer befinden sich innerhalb der Hängematte noch zwei Kunststoffhaken, an denen man diverse Dinge aufhängen kann.

Tree Hugger Baumschutz

Tree Hugger Baumschutz

Da man die Hängematte meistens zwischen zwei Bäumen aufhängt, sollte man natürlich darauf achten diese Bäume nicht zu beschädigen. Deshalb benutzt man zum schonenden Umgang mit der Natur ein breiteres Gurtband oder ähnliche Schutzmaßnahmen um die empfindliche Rinde des Baumes nicht zu beschädigen. Dies ist natürlich etwas schwerer als einfach nur die dünne Kordel um den Baum zu wickeln, aber in Angesicht der Leave no Trace Sichtweise absolut notwendig. Ihr wollt ja auch nicht mit 2mm Schultergurten an eurem Rucksack rumlaufen! Hennessy Hammock liefert diese Tree Hugger mittlerweile bei allen angebotenen Hammocks mit.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist alles enthalten, was man für seinen ersten „Hang“ in der Natur braucht:

  • Explorer Ultralite Asym Classic Hammock – 635g incl. Schnüre
  • Fest eingenähtes Moskitonetz
  • Modular abnehmbares Tarp – 345g
  • Schnur zum Aufhängen zwischen zwei Bäumen
  • „Tree Hugger“ Baumschoner – 86g
  • Packsack mit aufgedruckter Anleitung – 23g

Wenn man direkt über die Webseite von Hennessy Hammock bestellt, dann erhält man zusätzlich noch ein Paar der praktischen Snakeskins und das HH2O AutoMagic Water Collector & Rainfly Tensioner System. Worum es sich dabei handelt, stelle ich euch in einem separaten Artikel vor.

Was man vielleicht noch zusätzlich braucht sind zwei Heringe um das Tarp bzw. die Hängematte abzuspannen.

Das Tarp

Natürlich muss man sich auch in einer Hängematte vor Regen schützen. Da es sich hier um ein Komplettsystem handelt, darf also das passende Tarp nicht fehlen. Da man für eine Hängematte sowieso zwei Bäume benötigt, fallen hier natürlich jegliche Gestänge weg. Dank der asymmetrischen Konstruktion der Hängematte benötigen wir sogar nur zwei Abspannpunkte und somit auch nur zwei Heringe. Dazu wird das Tarp diagonal über die Hängematte gespannt. Dabei werden die Eckpunkte der langen Diagonale direkt an der Schnur befestigt, die die Hängematte in der Luft hält. Hennessy Hammock hat hier bereits auf jeder Seite einen Haken an einer Prusikschlinge befestigt, sodass man das Tarp mit den angenähten O-Ringen einhängen und bequem justieren kann.

Hennessy Hammock mit Tarp

Die Hennessy Hammock mit aufgespanntem Tarp.

Hat man alles richtig gemacht, so befinden sich die anderen beiden Ecken des Tarps nun seitlich über den Abspannpunkten der Hängematte. Mit den Heringen oder anderen natürlich Ankern (Pflanzen, Steinen…) spannt man nun das Tarp seitlich ab. Zu guter letzt nimmt man die Abspannleinen der Hängematte doppelt und hängt diese dann in die passenden Haken des Tarps ein. Schon ist man gegen den gröbsten Regen geschützt.

Tarp Befestigung Hennessy Hammock Hammock an Tarp Aussicht aus der Hammock Ausblick

Hammock Isolation

Hammocks an sich bieten nur eine minimalste Isolation. Wenn man sich in einem Hängematte legt, wird jedwede Isolation der Kleidung oder sogar des Schlafsackes platt gedrückt. Also muss man sich überlegen, wie man sich vor der Kälte von unten schützt. Denn natürlich weht einem der Wind gnadenlos die Kalte Luft unter den Hintern. Doch selbst bei Windstille kann es ganz schön frisch werden. Lediglich in den warmen Sommernächten kann man auf eine Isolation verzichten.

Für die Explorer Ultralite Asym Classic von Hennessy gibt es nun drei wirkungsvolle und erprobte Methoden:

  1. Man nimmt eine normale Isomatte mit in die Hängematte.
  2. Man nutzt einen Underquilt (Eine Daunendecke, die man unter die Hängematte spannt).
  3. Das Hennessy Supershelter 4 Season Insulation System.

Ich bereits alle drei Methoden getestet, wobei mir die Isomatte in der Hängematte am unbequemsten erschien. Die anderen Methoden stelle ich samt ihren Vor- und Nachteilen separat vor.

Isomatte in Hammock Underquilt von Jacks ‘R’ Better Hammock Isolation Hennessy Supershelter

Hammock Sitz

Bei den meisten klassischen Hammocks ist klar, dass man diese auch zum einfach Sitzen benutzen kann. Das hat den Vorteil, dass man immer einen bequemen Sitz im Lager vorfindet. So kann man gemütlich kochen oder relaxen. Doch viele wissen gar nicht, dass dies auch bei den klassischen Hennessy Hammocks möglich ist. Da diese oben geschlossen sind, packt man den Boden einfach mittig von unten und zieht in nach vorn. Gleichzeitig faltet man den Abspannpunkt nach hinten Weg und schon kann man gemütlich in der Hängematte sitzen.

Tipps

  • Beim Aufhängen der Hängematte auf einen 30° Winkel zwischen Schnur und Horizont achten. So bleibt später das Tarp immer in der richtigen Position und die wirkenden Kräfte auf die Hängematte minimal.
  • Schaut euch die Videos auf der Hennessy Hammock Webseite an um das System besser zu verstehen.
  • Beim Hammock Camping führen viele Wege zum Ziel. Experimentiert auch mit fertigen Systemen herum und findet euer Lieblingssetup.
Ich habe die Hängematte auf meinen Wunsch kostenlos von Hennessy Hammock für diese Review erhalten. Diese Tatsache wirkt sich jedoch nicht auf den Test aus. Alle Tests und Produktvorstellungen auf diesem Outdoor Blog werden nach besten Wissen und Gewissen geschrieben.

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Kategorie: Outdoor-Ausrüstung

Kommentare (24)

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  1. Steffen sagt:

    Aber auch hier kann man wieder nur in den Staaten bestellen oder?

    MFG Stef

  2. Danke für den ausführlichen Test, der genau richtig kommt. Ich überlege auch gerade auf Hängematte und Tarp umzusteigen. Was mich noch abschreckt ist die Kälte von unten – da bin ich schon auf deine Posts zur Isolation gespannt

    • Dennis sagt:

      Hi Sarah, wahrscheinlich werde ich über die Supershelter-Isolation erst in zwei Wochen schreiben können. Wenn du schon fragen hast, dann kannst du diese gerne auch hier stellen. Wenn nicht, dann empfehle ich dir hier einfach in zwei Wochen wieder vorbeizusehen 😉

  3. Daniel sagt:

    Hi Dennis,
    hab ich richtig verstanden dass du über hennessyhammock.com bestellt hast und die Lieferung automatisch aus UK kam?

    Beste Grüße,
    Daniel

    • Dennis sagt:

      Hallo Daniel, ich habe zwar nicht über den Webshop bestellt, aber auch da müsste deine Lieferung aus UK kommen, wenn du an eine Adresse in der EU liefern lässt. Im zweifel würde ich einfach per E-Mail oder telefonisch bestellen. Dann kannst du auch sicher sein, dass deine Ware in London auf Lager ist.

      Aber über den Shop sollte das auch kein Problem sein!

    • Dennis sagt:

      Ich habe eben nochmals nachgehakt. Wenn du im Online-Shop an eine EU-Adresse bestellst, wird dir das Paket automatisch aus UK zugesendet! Mit den erhöhten Versandkosten ist dann auch Zoll und Steuer abgedeckt.

  4. Hammockuser sagt:

    Das macht wirklich lust auf mehr! Ich habe bis jetzt noch nie ein Hennessy besessen, aber wenn ich mir die Bilder ansehe, sollte ich das vielleicht nochmal überdenken.

    • Dennis sagt:

      Ich hoffe natürlich darauf in naher Zukunft noch weitere tolle Hammocks vorstellen zu können. Aber ich vermute, dass die Hennessy Hammocks nicht ganz grundlos so oft gekauft werden. Sie sehen einfach richtig gut aus!

      • Frank sagt:

        Was hat die Hoffnung „noch weitere tolle Hammocks vorstellen zu können“ mit der im folgenden Satz geäußerten Vermutung „Hennessy Hammocks“ würden deshalb „so oft gekauft“ weil sie „einfach gut aussehen“ zu tun?

        Zudem ist es recht oberflächlich anzunehmen eine Hängematte würde man eher nach dem Aussehen und weniger nach ihrem Schlafkomfort auswählen, wie hier so hinein interpretiert wird.

        Das „Classic“-Design der Hennessy Hängematten (es gibt mittlerweile glücklicherweise noch die Zip-Variante), und dem damit verbundenem festen Mückennetz, ist im meinen Augen eher ein ‚design flaw‘.

        Es schränkt die Versatilität des Bewohners enorm ein, indem es einem unmöglich gemacht wird sich von der klassischen Liegeposition in die Stuhl- oder Loungerposition zu begeben ohne die Hängematte durch das Furzloch zu verlassen zu müssen.

        D.h. dann immer Schuhe anziehen, Boden betreten, Hängematte zurecht zuppeln, hinsetzen, Schuhe ausziehen.
        Die Karte innen vergessen?

        Und wenn man denn einmal drinnen liegt ist nichts mehr mit Füße oder Arme über die Seite baumeln lassen oder zur Whiskeyflasche greifen, die da vielleicht im feucht-kalten Heidekraut ruht.
        Tiere beobachten und fotografieren? Nichts da – immer das Netz vor Augen bzw. Linse.

        Tatsächlich ist man also eingeschlossen und eingeschränkt.
        Fühlt sich das nicht nach Sarg an?

        Wie ist deine Meinung hierzu?

      • Dennis sagt:

        Die Classics sind eigentlich eher für die Zonen gedacht, wo es viele Moskitos gibt. Ich persönlich fühle mich wohl damit. Wie ein Sarg fühlt es sich nicht an.

        Bei 2QZQ gibt es ja auch diverse Modifikationen für die Hennessy Hammocks. So kannst du dort auch einen Rundum-Zipper einbauen lassen. Kann man aber auch selbst machen, wenn man mit der Nähmaschine umgehen kann. Aber mich stört es nicht. Im Winter würde ich dann aber zu einem Modell ganz ohne Bugnet greifen.

  5. Uwe sagt:

    Das Zelt hat was von einer Höhle, wie man sie früher als Kind gebaut hat, außerdem ist es ja quasi eine integrierte Hengematte. Finde ich sehr cool. Frauchen würde es auch gefallen, da krabelt nichts so schnell rein 🙂

  6. Alex sagt:

    Hallo!
    Du sagst, du hast die größere Version genommen. Wie groß bist du denn und denkst du, dass man bei einer Körpergröße von 180cm schon die größere nehmen sollte oder tut es da vielleicht noch die normale Größe?

    Viele Grüße!

  7. Monika sagt:

    Toller Artikel!

  8. Thomas sagt:

    Hallo und Danke für diesen Artikel.
    Mich würde interessieren was man mit seiner Ausrüstung macht, die Außerhalb des Hammocks verbleibt (Schuhe und Rucksack). Diese ist im Gegensatz zu einem Zelt oder einem Tarp ja der Witterung, Tau etc. ausgesetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass das unter Umständen zu nassen Schuhen oder Klamotten führen kann.

    • Dennis sagt:

      Schuhe binde ich an den Schnürsenkeln zusammen und werfe sie am Fußende über die Leine. So, dass sie noch unter dem Tarp hängen und somit vor Regen geschützt sind. Den Rucksack mache ich meist am Kopfende fest oder lasse ihn einfach auf dem Boden unter mir liegen. Da ist er ja auch vor Regen sicher.

  9. Junas sagt:

    Hallo und vielen Dank für den tollen Bericht. Die Kombination scheint auch ideal für Bushcraft geeignet zu sein.

    Das Moskitonetz kann einem in manchen Sommern wahrlich die Haut retten. Mir gefällt auch der Aufbau Deines Camps und wie Du auf eine gewisse Sorgfalt und Ordnung achtest. Super!

    Sehr schöner Blog für Outdoor-Fans. Weiter so!

    Viele Grüße

    Junas

    • Dennis sagt:

      Vielen Dank für deinen netten Kommentar! Mit einer Hängematte fällt es viel leichter Ordnung zu halten. Man kommt nicht so schnell in Verlegenheit alles auf dem Boden zu verteilen.

  10. Lukas sagt:

    Toller Artikel. Wir waren zunächst etwas skeptisch. Wir haben nach einer Zeltalternative gesucht und hatten keine Erfahrung mit Hängematten. Auf ***Link zensiert*** haben wir die Hennessy Expedition Classic gefunden. Für unterwegs sind Hennessy die Besten! Wir sind super glücklich. Aber wir überlegen noch. Für zu Hause werden wir uns wahrscheinlich nächsten Monat eine Vida de la sol especial zulegen.

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