Laufbursche huckePACK

| 15. Februar 2012 | 21 Kommentare

Der Rucksack spielt beim Trekking immer eine zentrale Rolle. Er ist nicht nur ein Ausrüstungsgegenstand von vielen, sondern dafür verantwortlich, dass sich das Gewicht der restlichen Ausrüstung so angenehm wie möglich trägt. Aus diesem Grund sollte man der Auswahl des Rucksacks besonders viel Beachtung schenken.

Laufbursche huckePACK im SchneeDer LAUFBURSCHE huckePACK

Seit einigen Jahren geistern immer mal wieder Bilder von Laufbursche-Rucksäcken durch das Internet. Die ersten Rucksäcke die ich damals gesehen habe waren noch hauptsächlich Prototypen aus Cuben Fiber. Der eigentliche huckePACK kam in seiner ersten Version jedoch schon kurze Zeit später aus den Tiefen des kleinen Städtchen Köln und eroberte schon bald die ersten deutschen Ultraleicht-Blogs und auch Foren. Die Nachfrage war sehr groß und auch im Ausland wurde der Name Laufbursche langsam aber sicher bekannt. Das Design des Ur-huckePACK wurde vom groben äußeren Erscheinungsbild natürlich beibehalten und zählt in meinen Augen zu den schönsten und gleichzeitig praktischsten Rucksackdesigns die ich kenne. In der Zwischenzeit wurde der huckePACK jedoch vielfach überarbeitet und verbessert. In dem in kürze startenden Online-Shop von LAUFBURSCHE wird dann die neuste Version endlich für die Massen käuflich zu erwerben sein. In diesem Artikel stelle ich euch den huckePACK 2012 bereits heute schon vor!

huckePACK 2012

Der 2012er huckePACK wird nur noch in einer Materialkombination und in einer Konfiguration erscheinen. Diese Konfiguration spiegelt quasi den Allstar-huckePACK wieder. Dieser wurde durch frühere Kundenwünsche und massenhaft Erfahrung von huckePACK-Besitzern ermittelt und ist wie ich finde einfach der perfekte Ultraleicht-Rucksack.

Die Farbwahl

Der ganze Rucksack ist in Schwarz gehalten und wird von roten Nähten verziert. Diese Kombination lässt den huckePACK sehr edel aussehen und trifft wohl den Geschmacksnerv der meisten Leute. Durch das Schwarz ist er außerdem relativ unauffällig und damit auch absolut Stadttauglich.

Laufbursche huckePACK getragenSchultergurte und Tragesystem

Ein Rucksack kann noch so gut aussehen und praktische Details haben. Worauf es aber am meisten ankommt ist das Tragesystem, mit dem die zu tragende Last auf den Körper übertragen wird. Hier spiel der LAUFBURSCHE huckePACK seine ganze Stärke aus. Ich habe noch nie n meinem Leben einen so bequemen Rucksack getragen. Egal ob Osprey, Deuter, GoLite und wie ihr alle heißt. Laufbursche ist euch hier einfach um Welten voraus. Die Schultergurte schmiegen sich meinem Oberkörper an wie eine zweite Haut und sind dabei absolut bequem. Ein leichtläufiger, höhenverstellbarer Brustgurt ist ebenfalls vorhanden. Der Hüftgurt ist recht minimalistisch und spart somit Gewicht. Trotzdem ist dieser leicht gepolstert und besitzt auf der Innenseite ein Meshgewebe, das erfolgreich verhindert, dass der Rucksack über die Hüfte rutscht. Bei leichten Lasten lässt sich der Hüftgurt problemlos nach hinten klappen, sodass der huckPACK nur über den Schultergurt getragen werden kann. Ist man mal etwas schwerer unterwegs, helfen die Lastenkontrollriemen einem dabei, dass Gewicht näher am Körper zu tragen. So kann man auch gerne mal eine Wintertour mit dem huckePACK machen.

Laufbursche huckePACK HüftflosseLaufbursche BrustgurtLaufbursche LastenkontrollriemenHüftgurt

Laufbursche huckePACK Rückenpolter TankaZ-Lite als Rückenpolster

Die meisten huckePACK Besitzer nutzen eine Therm-a-Rest Z-Lite Isomatte als Rückenpolster. Ich selbst benutze sowohl vier als auch sechs Segmente der Z-Lite als Rückenpolster, was problemlos funktioniert. Gehalten wird die Matte dabei von einer elastischen Kordel, welche sich ebenfalls im Lieferumfang befindet. Genial finde ich den kleinen Tanka, der bereits an der Seite angebracht ist um Spannung auf die Kordel zu bekommen, damit die Matte nicht verrutscht. In den Pausen werden die 4-6 Segmente dann einfach zu einem Sitzkissen. Im Camp sind sie dann das Fußteil meiner Isomatte und ergänzen damit perfekt mein Schlafsetup.

Der Laufbursche Deckel

Der Deckel ist ein weiteres Highlight des huckePACKs. Anders als bei vielen anderen Ultraleicht-Rucksäcken wird hier kein liebloser Rollverschluss verwendet, sondern eine Laufbursche-Eigenentwicklung, die erstaunlich gut funktioniert. Der Deckel wird einfach an der Rucksackfront eingeklippt und kann auch in der höhe variiert werden, was zusätzliches Volumen schafft. Seit einiger Zeit ist auch ein Deckelfach integriert, das ich zuerst als zusätzliches Gewicht ansah. Bei der ersten Tour hat es sich aber bereits als nützlich erwiesen. Ein Komfort, den ich von meinen letzten Rucksäcken nicht mehr gewohnt war. Die paar Gramm lohnen sich also.

Laufbursche huckePACK Deckel linksLaufbursche DeckelfachLaufbursche Deckel geöffnetLaufbursche huckePACK geöffnet

Die Mesh-Außentaschen

Wie bei vielen Ultraleicht-Rucksäcken üblich gibt es rundherum Außentaschen aus einem stabilem Mesh-Gewebe. Die große Außentasche auf der Rückseite bietet genügen Platz für allerlei Ausrüstung. Die rechte (beim getragenen huckePACK) Außentasche ist diagonal angesetzt. Die linke Außentasche ist hoch geschnitten und besitzt einen seitlichen Eingriff. Somit hat man auch zu den unten liegenden Ausrüstungsgegenstände einen guten Zugang oder kann eine PET-Flasche für den schnellen Zugriff hineinstecken.

Linker Eingriff seitlichLinker Eingriff von obenGroße MeshtascheEingriff rechts

Das Material

Der Body, sowie der Deckel des huckePACK bestehen aus schwarzem 70den Silnylon, was gut was her macht und ausreichend robust ist. Ich hätte keine Probleme damit, wenn gar der ganze Rucksack aus diesem Material besteht. Doch Laufbursche hat sich für einen Materialmix entschieden, der den huckePACK absolut Bombproof macht. Der Boden und der Rücken bestehen aus X-PAC V, was den Pack nicht nur äußerst robust macht, sondern durch die weiße Rückseite dem Materials auch den Pack von innen aufhellt. Dadurch lassen sich kleine Gegenstände am Boden des Rucksacks besser finden. In dieser Materialkombination habe ich keine Bedenken meinen huckePACK einfach mal auf den Boden fallen zu lassen oder im Notfall mit dem Hintern über einen Felsen zu schrubbern.

Kreativität ist gefragt!

Der Laufbursche huckePACK bietet noch jedem Menge Spielraum um seine eigenen Ideen zu verwirklichen. Deswegen wird gleich von Beginn an einiges an Zusatzmaterial mitgeliefert.

  • 5m elastische Kordel
  • 5m statische kordel
  • 6 Tankas
  • 2 Endstücke für das Hüftgurt-Band

Passend zu dem Zubehör befinden sich überall am Rucksack kleine Schlaufen, mit denen man experimentieren kann. Bei mir wurde die elastische Kordel für das Rückenpolster und die Befestigungen für die Trekkingstöcke verwendet. Außerdem empfiehlt Laufbursche bei Bedarf alle Bänder am Rucksack auf das Maß zu kürzen, was man im schlimmsten Fall benötigt. Auch hier spart man wieder ein paar Gramm.

TrekkingstockhalterungHalterung obenHalterung untenKordel für das Rückenpolster

Optionales Zubehör

Als optionales Zubehör wird es eine Laufbursche Hüfttasche geben, welche perfekt auf den Hüftgurt des huckePACK abgestimmt ist. Die Hüfttasche lässt sich aber auch als Gürteltasche am Gürtel oder an anderen Rucksäcken tragen. Ideals auch für den Stadtbummel eine kleine Tagestour. Erhältlich ist die Hüfttasche in zwei Größen (1,5 bzw. 1 Liter).

Das Gewicht

Mit der Kordel für das Rückenpolster, meinen 4 Halterungen für die Trekkingstöcke und komplett ungekürzten Gurten wiegt der Laufbursche huckePACK gerade einmal 394g. Natürlich ist das mehr als mein ZPacks Blast aus Cuben Fiber. Aber man darf diese Rucksäcke einfach nicht vergleichen. Der huckePACK ist viel komfortabler und unglaublich robust. Trotz des höheren Gewichts hat er für mich den Blast verdrängt und eigentlich überflüssig gemacht. Wenn ich noch leichter unterwegs sein will, dann brauche ich auch nicht so viel Volumen, weshalb hier wohl ein huckePÄCKCHEN interessant werden könnte. Dieses kommt schon eher in die Gewichtsregionen eines Cuben-Rucksacks und hat fast die gleichen Features wie der huckePACK. Der huckePACK wiegt im Auslieferungszustand etwa 375g in Größe L und ist damit auf jeden Fall ein waschechter Ultraleicht-Rucksack, wenn nicht der beste UL-Rucksack auf dem Markt.

Laufbursche LogoHandarbeithuckePACK LogohuckePACK liegend

Custom made Laufbursche huckePACK

Der hier vorgestellte huckePACK ist das Serienmodell, das es ab Ende des Monats online zu kaufen gibt. Natürlich bietet Laufbursche weiterhin custom made huckePACKs und huckePÄCKCHEN an. Diese sind allerdings Sonderanfertigungen und können nicht zurück geschickt werden und sind auch nicht ab Lager lieferbar. Dafür habt ihr aber die volle Auswahl, was Materialien und Sonderwünsche angeht. Der Serien-huckePACK sollte aber zu 90% auf alle Bedürfnisse passen. Ich bin jedenfalls super glücklich damit!

huckePACK mit Z-LiteHüftflosse im DetailHüftgurtfreihuckePACK Innen

Laufbursche huckePACK auf seiner ersten Tour

Laufbursche huckePACK auf seiner ersten Tour

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Kategorie: Outdoor-Ausrüstung

Kommentare (21)

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  1. Antje sagt:

    Ich fand den Beitrag sehr spannend, da ich bisher einen Osprey nutze und erst die langsam das UL-Wandern entdecke.

    Wie verhält es sich mit den Rückenlängen beim Huckepack im Vergleich zum Osprey? Und welches Model von Osprey ziest du zum Vergleich heran?

    • Dennis sagt:

      Ich habe noch einen Osprey Aether 60 in der Größe M. Bei Laufbursche befand sich meine Rückenlänge eher im Übergang von M zu L. Nach dem Empfehlung von Mateusz habe ich mich dann für L entschieden.

      Körpergröße: 1,80m
      Rückenlänge: ca. 48cm

      Beim Osprey war ich allerdings auch schon an der Grenze. Ich denke, dass du im neuen Laufbursche-Shop auf jeden Fall auch Größentabellen finden wirst. Falls nicht, hilft Mateusz dir bestimmt auch bei der Auswahl.

      Hier mal die letzt mir bekannte Größentabelle:
      S: 38-42cm
      M: 43-49cm
      L: 49-54cm
      XL: 55-60cm

  2. Joerg Joerissen sagt:

    Hallo Dennis,
    danke für die Infos und den Beitrag, ich bin schon ganz gespannt auf den Onlineshop!
    Ist der Rucksack groß genug für Mehrtagestouren, also mit Zelt, Schlafsack und so?
    Gruß Jörg

    • Dennis sagt:

      Auf jeden Fall! Ich werde ihn auf einer Woche Wintertour in Finnland benutzen. Das setzt allerdings auch voraus, dass der Rest der Ausrüstung möglichst Ultraleicht ist. Für den Sommer ist er fast schon zu groß 😉 Für ein verlängertes Wochenende greift man dort besser zum huckePÄCKCHEN.

  3. Tara sagt:

    Thanks for the article! I m enjoy the photos, love the 2012 version~

  4. Jens sagt:

    Danke für den ausführlichen Bericht und die detaillierte Vorstellung des huckePACK 2012 ! Das Design ist wirklich ansprechend und mir gefällt die liebe zum Detail. So langsam bekomme ich auch Lust darauf, mal einen Laufbursche Pack auszuprobieren 🙂 Jedenfalls wünsche ich Mateusz viel Erfolg mit dem Online-Shop – er hat es wirklich verdient!

  5. Willi sagt:

    Wirklich ein klasse ausführliches Review. Man bekommt einen super Eindruck vom Huckepack! Wird so oder ähnlich wahrscheinlich mein neuer Rucksack.
    Ließ sich der Huckepack so vollgepackt wie „auf seiner ersten Tour“ noch bequem tragen? Das sieht ein bisschen schwerer aus, als ich ihm zutrauen würde.

  6. thrush sagt:

    Die Zahnbürste ungekürzt…. tztztz 😉

    Schicke Fotos, echt ein geiler Rucksack.

  7. cernunos sagt:

    Does anyone knows the standard volume of the 2012 pack ?

  8. Basti sagt:

    Ja, super review. Sehr ausführlich beschrieben und informativ.

    Kann man den huckePack auch jetzt schon beim Laufburschen bestellen?
    Onlineshop ist ja leider noch nicht eröffnet.

  9. Christoph2812 sagt:

    Auf dem vorletzten Bild (huckePACK innen) ist eine Matte zu sehen, ist diese Matte nur an den Rücken angepasst oder umschließt die Matte auch den ganzen Innenraum für die Funktion des „Tragegestells“?

    • Dennis sagt:

      Die Matte lasse ich an der Außenwand herumlaufen. Das nennt man Burrito-Style. Eine sehr effektive Methode! Im Winter habe ich die Matte allerdings außen am Rucksack, da der Schlafsack und die Daunenjacke viel Platz einnehmen. Der Rucksack lässt sich dennoch gut packen. Wenn man richtig und kompakt packt, dann braucht man auch kein Tragegestell.

  10. MarcD sagt:

    Von dem Gedanken mit dem Huckepack über Felsen zu rutschen, würde ich mal lieber Abstand nehmen. Mein Huckepack hat das nicht ohne Löcher überlebt. Der HP ist kein alpiner Rucksack, es ist ein sensibles Teil fürs Mittelgebirge, aber nicht abriebfest. Am Fels sind die Grenzen erreicht bzw. überschritten. Dennoch ein schönes Teil, wenn man weiß, wozu man es einsetzen kann. Den Bericht halte ich aber für zu einseitig. Z. B. hat man im Mesh auch im nu Löcher, wenn man mal durch ein Gebüsch kricht. Aber gut, das Problem hat man immer mit Mesh Außentaschen..

    • Dennis sagt:

      Vielleicht liegt es an meiner elfischen Bewegungsart 😉 Also meine Mesh-Taschen sind noch alle in Ordunung und der X-Pac Boden (den ich ja im Text mit dem Fels in Verbindung gebracht habe) hat auch einiges Weggesteckt. Ich würde sagen, dass der Rucksack für den normalen Wanderbetrieb ausreichend stabil ist. Dass er nicht dafür gemacht ist, ihn am Seil hinter sich hochzuziehen, sollte ja klar sein. Aber danke für deine Erfahrungsberichte! Hast du vielleicht Bilder von den Löchern?

  11. Fritz sagt:

    Hast du schon den neuen Huckepack testen können? Würdest du gerne umsteigen?

    • Dennis sagt:

      Ich konnte den „neuen“ tatsächlich schon mal probetragen und muss sagen, dass es ein solider Rucksack ist. Wenn ich nicht schon einen hätte, würde ich mir auch den neuen holen.

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