Elitedenken im Outdoorbereich

| 10. März 2011 | 9 Kommentare

Auf Facebook bin ich heute über einen sehr interessanten Kommentar gestoßen, der ein Verhalten kritisiert hat, über das ich selbst schon öfter nachgedacht habe. Sicherlich wird dem ein oder anderen schon einmal dieser oder ein ähnlicher Satz über den Weg gelaufen sein: „Mammut… sowas zieh ich nicht mehr an! Das ist ja totaler Mainstream“

Elitedenken bei Outdoorbekleidung

Als ich damals mit dem Thema Outdoor zum ersten in Berührung gekommen bin (und damit meine ich nicht die Pfadfinderzeit), war mir das noch gar nicht aufgefallen oder einfach nicht so stark präsent. Aber in den letzten Jahren werden viele Leute auch im Outdoor-Bereich immer oberflächlicher in ihrer Denkstruktur. Man möchte ein möglichst coole Marke tragen, die außerhalb der eigenen Community niemand besitzt.

Wen interessiert es bitte, welches Logo auf einer Jacke, Hose oder einem Rucksack steckt? Werden Laufbursche-Packs plötzlich schlechter, wenn Star damit rumlaufen würde?

Lasst uns die Vorteile sehen!

Wenn es Firmen wie Mammut und The North Face nicht gäbe… Wo wären wir dann jetzt? Hätte GoreTex es dann so weit gebracht? Oder würden wir dann jetzt vielleicht alle mit einer Luftdichten Plastikhülle durch die Gegend laufen? Was ich damit sagen will: Der Mainstream finanziert uns die High-End Ausrüstung, die wir für unsere Unternehmungen brauchen/wollen. Ohne das ganze Geld aus der Modeindustrie, wäre die Forschung wahrscheinlich noch ein paar Jahre zurück.

Lob an die UL-Gemeinde

Da lob ich mir doch die Ultraleicht-Gemeinde. Hier gibt es dieses Elitedenken zwar auch, aber statt auf eine andere Marke zu bauen, die dann in 3 Jahren auch wieder uncool ist, weil sie dann zum Mainstream gehört, baut man besser gleich seine eigene Ausrüstung! Macht wieder so Jungs!

Das waren meine 2 Cents für heute 😉

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Kategorie: Outdoor-Ausrüstung, Outdoor-News

Kommentare (9)

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  1. Wahre Worte…ich kann Sätze wie: „Mammut ist das neue Wolfskin…“ etc. schon nicht mehr hören. Aber das zeigt nunmal das gute bzw. funktionale Ausrüstung für viele Nutzer schon längst nicht mehr alleiniger Selbstzweck ist, sondern wir schon längst bei Fashion-Ausrüstung angekommen sind…vielleicht sollten wir auf Mode Blogs umschwenken 😉

    Morgen ziehe ich vielleicht mal provokant mein Mammut Logo Shirt an 😀

    P.S: Mir fällt dabei übrigens auf: Karneval habe ich unbewusst ebenfalls Werbung gelaufen…Kostüm 2011 war ein eiszeitliches Rüsseltier…bin irgendwie voll Mainstream 😀

  2. Im Grunde ist das Ganze doch einfach: Anstatt das Markenlogo direkt auf die Kleidung zu nähen, wird statt dessen ein Feld mit aufgerautem Gewebe angebracht. Dann kann man Logos mit verschiedener Wertigkeit dazu verkaufen, die einfach an die Stelle geklettet werden.

    Nach einigen Jahren kann die Jacke dann durch den teuren Kauf des nächstcooleren Logos umgebrandet werden. Wenn hohe Bergnamen out sind und skandinavische Namen mit viel ø und å in – bitte schön. Wenn man gerne ein „limited expedition editon“ dazu haben möchte, einfach 200 Euro mehr zahlen und schon hat man die coolste Jacke in der Szene. Den Diebstahlschutz für das Logo kauft man mit der Jacke dazu.

    Leichtgewichtfans mit viel Mut lassen auf Touren das Klettlogo weg und sparen wertvolles Gewicht.

    /Olaf

  3. Jens sagt:

    Hi Dennis, erst mal danke für deinen Artikel.

    Auch wenn ich dir zustimme, muss ich gestehen, dass ich auch nichts anziehen würde, wo die Tatze drauf ist. Auch wenn die Sachen sicherlich mittlerweile gut sind, tragen es einfach zu viele Leute. Und ich denke, so geht es auch den meisten Outdoor-Bloggern. Wie ist es sonst zu erklären, dass kaum einer über Jack Wolfskin Sachen schreibt? Mammut ist sicherlich noch nicht richtig Meanstream, aber schon auf den besten Weg dahin. Wenn viele Leute eine bestimmte Marke tragen, möchte man sich davon einfach unterscheiden. Das ist völlig normal.

    • Daniel sagt:

      Und wer wissen will woran das liegt, der frage bitte euren Outdoorpsychologen ;D

      In-Group / Out-group:

      Wir sind Outdoorer. die Ingroup. Alle anderen sind die Outgroup. Jede spezielle Ingroup hat eigene Wege der Kommunikation. Eigene Regeln & Ziele; eigene Verhaltensweisen ihre Ideale umzusetzen. Wir identifizieren uns durch unsere Ideale und zeigen diese durch unsere Kleidung um uns von der Outgroup zu differenzieren und Leuten der Ingroup zu vermitteln: „Hey ich bin einer von euch. Lass uns kommunizieren.“
      Uns in Ingroups abzusondern gibt uns ein besseres Gefühl. Schließlich sindwir nicht so wie alle anderen. Einer Gruppe anzugehören erhöht unser Selbstwertgefühl und über Outgroups herzuziehen erhöht diesen Effekt.
      Deshalb ziehen Outdoorer über Jack Wolfskin tragende Leute her, weil diese unsere Ingroup Regel: „Nur Faker tragen Jack Wolfskin“ nicht kennen.
      Sie disqualifizieren sich somit als Outgroup,obwohl sie denken sie wären Ingroup; was die Ingroup sieht und sich darüber schlapplacht ;D weil die Welt so wunderbar ironisch ist ;D
      So fühlt sich der Outdoorer überlegen auf Grund seines gesteigerten Selbstwertgefühls ;D

  4. Das ist doch in allen Bereichen so. Ist eine Marke erst mal aus deren Nischendasein raus, wird sie zu „Mainstream“. Trägt, benutzt oder fährt es jeder, ist es uncool.

    Mir ist eigentlich egal welches Herstellerlogo meine (Outdoor-) Kleidung ziert, Hauptsache die Teile sind funktionell und sollten wenn möglich auch noch gut aussehen. Ja, auch „outdoor“ bin ich eitel und möchte nicht unbedingt eine rote Hose mit einem blau/grün gestreiftem Oberteil und neon-gelben Trekkingschuhen kombinieren 🙂

    Trotzdem werde ich zukünftig Kleidung von JW meiden. Aber das hängt unter anderem auch mit der „Tatzen-Affäre“ zusammen.

    • Dennis sagt:

      Hallo Sven,
      die Tatzen-Affäre ist für mich auch ein Grund eine Marke zu meiden 😉 Was das ganze marken-Spektakel mit Mainstream oder Insider-Marken angeht, bin ich relativ gechillt. Solange mir das Produkt gefällt, ist mir die Marke relativ egal!

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