Ein Jahr Indoor statt Outdoor

| 4. Dezember 2015 | 14 Kommentare

Vor Weihnachten werde ich immer etwas melancholisch. Wundert euch also nicht über dieses Adventstürchen. Das Jahr 2015 war bei mir kein Outdoor Jahr. Zumindest keines, wie ich es mir gewünscht habe. Ich musste viel Arbeiten und habe meine Freizeit größtenteils mit der Familie verbracht.

Outdoorblogger Adventskalender 2015

Outdoorblogger-Adventskalender

Dieser Beitrag ist Teil des Outdoorblogger Adventskalenders 2015, der auch in diesem Jahr wieder durch Sven von aufundab.eu ins Leben gerufen wurde. Auch wenn mein Beitrag nicht ganz so Weihnachtlich wird, wie der von Charis, die sich gestern eine Lebkuchen und Kerzenzieh-Manufraktur angesehen hat, so kündigt die Weihnachtszeit bei mir den Jährlichen Reset an. Was dieses Jahr passiert ist und was sich voraussichtlich nach den Feiertagen ergibt, lest ihr in meinem Adventstürchen!

Die Outdooraktivitäten 2015 waren rar gesät. Überhaupt hatte ich mir gar nicht viel vorgenommen, nachdem klar wurde, dass ich mir in diesem Jahr keinen Urlaub leisten kann. Die wenigen freien Tage, die ich mir genehmigt habe, wurden mit Besorgungen und anderen alltäglichen Dingen belegt, für die ich sonst keine Zeit gefunden hätte. Die viele Arbeit und der nicht vorhandene Ausgleich führten dann zwangsläufig zu Stress und Depressionen.

Sind Microadventures die Lösung?

Ein Begriff, den ich erst vor wenigen Wochen aufgeschnappt habe, sind die sogenannten Microadventures. Diese kleinen Abendteuer sollten mir dieses Jahr erträglich machen. Ich habe mir kurze Auszeiten gegönnt, ich denen ich quasi vor der Haustür angeln ging. Ein paar Impressionen davon gab es in meinem Angelblog. Außerdem gesellten sich diverse Spaziergänge hinzu. Aber auch dafür blieb nicht viel Zeit.

Beim Angeln konnte ich wenigstens etwas abschalten.

Beim Angeln konnte ich wenigstens etwas abschalten.

Recht schnell habe ich gemerkt, dass Microadventures für mich keine Lösung sind. Ich komme in der kurzen Zeit einfach nicht aus dem Alltagsstress heraus und schaffe es nicht mal einen Blogartikel zu verfassen, bevor mich der Alltagsstress einholt. Es muss also etwas größeres, längeres und intensiveres sein.

Im schnieken Rad-Outfit.

Meine Radtour 2015

Glücklicherweise lud mich ein Freund im Sommer zu einer Radtour ein. Wir haben ein verlängertes Wochenende dazu genutzt den Rhein entlang zu fahren. Unsere Strecke führte uns bei herrlichstem Wetter von Mainz bis Kehl. Die Tour selbst war großartig und wir hatten einen riesen Spaß. Allerdings war es für mich kein klassisches Outdoor-Erlebnis, sondern eher eine Spaßreise mit Freunden.

Dennoch hat mir die Radtour aufgezeigt, was das tägliche hocken vorm Schreibtisch mit mir anstellt. Die Kondition ist weg und wurden durch 20kg Körperfett ersetzt. Ein Zustand, an dem ich bis heute nichts konnte. Die bevorstehenden Festtage werden daran auch nichts mehr ändern.

Das Rad ist aber auch für 2016 fest eingeplant!

Wo war nun das Positive?

Natürlich habe ich den Verzicht auf Freizeitaktivitäten nicht auf mich genommen um mich selbst zu geißeln. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit und einem miesen Geschäft beim verkauf unseres Hauses musste ich dieses Jahr zusehen mein Einkommen zu festigen und mit dem Abbau der angestauten Schulden zu beginnen. Jeder der sich selbstständig gemacht, weiß wie schwer das ohne Kapital sein kann. Trotz allem kann ich sagen, dass die ersten schwierigen Schlüsselstellen auf dem Weg zum Gipfel nun überstanden sind. Das lässt auf das neue Jahr hoffen.

Was habe ich für das neue Jahr gelernt?

Jeder macht mal eine schwierige Phase durch. Wenn diese überstanden ist, geht man meist mit mehr Erfahrung, Selbstbewusstsein und Ausdauer daraus hervor. Ich habe gelernt, dass mein Körper und mein Geist die Natur brauchen. Die Weihnachtszeit nutzen viele Menschen um sich auf das zu besinnen, was für sie wichtig ist. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zeit mit der Familie und feiern die Geburt Christi, der in diese Welt gekommen ist um uns alle zu erretten.

Herbstlicher WaldPilzeTrailWeiher

Diesen Weihnachtsgeist werde ich auch dafür nutzen mich selbst darauf vorzubereiten die Dinge, die mir wichtig sind besser zu genießen. Die Familie steht dabei natürlich an erster Stelle. Aber meine Tochter ist mittlerweile dreieinhalb Jahre alt und selbst ganz fit zufuß unterwegs. Im kommenden Jahr können wir die Natur sicherlich viel besser als Familie erleben, als es bisher der Fall war.

Meine Checkliste

Damit 2016 ein besseres Outdoor-Jahr wird, habe ich mir eine kleine Checkliste erstellt:

  1. Ein Spaziergang pro Woche.
  2. Eine Nacht pro Monat unterm Sternenhimmel.
  3. Outdoor-Urlaub mit der Familie.
  4. Diesen Blog reaktivieren.
  5. Mindestens 3 Wanderwege im Blog beschreiben.

Ich hätte diese Liste gerne länger gemacht, muss aber realistisch bleiben. Ich werde mich schließlich im kommenden Jahr an ihr messen müssen. Alles was man mehr schafft ist gut. Ich werde wohl in einem Jahr meine Blamage eingestehen müssen oder mir triumphierend neue Ziele stecken.

Update: Das fünfte Türchen gehört Jürgen, der mit einem Video-Beitrag glänzt!

Kategorie: Outdoor-News

Kommentare (14)

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  1. Charis sagt:

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Deine Checkliste umsetzt.
    Bei den Nächten unterm Sternenhimmel im Winter würde ich allerdings auch passen. Brrrr…

    Viel Spaß dabei!

  2. Stefanie sagt:

    Wie schnell die Kondition verschwindet, musste ich dieses Jahr auch das erste Mal erleben, Handgelenk gebrochen, 2xoperiert, lange kein Radl fahren dürfen… Aber es ist wirklich so wie alle sagen – die Kondition kommt zurück, der Körper erinnert sich dran, was er mal konnte!

    Man muss dran glauben und viel Geduld haben, auch wenn gerade das extrem schwer ist. Viel Erfolg mit der Liste 🙂

  3. Andreas K. sagt:

    Meine Wohlfühlliste sieht ähnlich aus. Ich konnte meiner Familie aber zweimal draußen schlafen im Monat und 3-4 Wochenendtouren im Jahr abringen.
    Anstatt des Blogs gibt’s bei mir ein MYOG Projekt im Monat 😉

    • Dennis sagt:

      Wir werden das übernachten im Zelt auch für den nächsten Sommer anpeilen.

      Wenn ich Handwerklich so begabt wäre wie du, dann gäbe es bei mir wohl auch eher MYOG-Projekte…. so bleibt mir nichts anderes übrig, als den Kram von anderen vorzustellen 😉

  4. Jay Be sagt:

    Hi Dennis,

    Microadventures ist ein gutes Prinzip. Und Angeln habe ich auch noch auf meiner Wunsch-Erlebnis-Liste 😉 Leider kann man nicht immer alles unter einen Hut bringen. Ich habe zwar viel Zeit aber dafür vermisse ich manchmal auch eine Famiele mit Kindern die ich leider nicht habe. Alles hat seine 2 Seiten 😉
    Ich wünsch Dir auf jeden Fall für 2016 ein schönes Outdoor-Jahr! LG Jürgen

    • Dennis sagt:

      Danke Jürgen! Ich bin gespannt auf deinen Beitrag zum Adventskalender. Ein Familie zu haben ist wirklich toll 🙂 Ich hoffe irgendwann an dem Punkt zu sein, da eine 20 Stunden Woche ausreicht um die Familie zu versorgen 😉 Bis dahin muss man halt die Zähne zusammenbeißen.

  5. conny sagt:

    Prioritäten verschieben sich. Und gerade bei großen Projekten wie Berufliche Selbstständigkeit, bleibt zu Anfang erst mal viel auf der Strecke.
    Ich drücke dir auch die Daumen, dass das kommende Jahr mit etwas mehr Freizeit verbunden ist und ihr gemeinsam mit Töchterchen die Natur erobern könnt. 🙂
    Viele Grüße an euch
    Conny

  6. Dennis sagt:

    Danke für die vielen netten Kommentare! Ich freue mich schon auf die anderen Beiträge zum Adventskalender.

  7. Udo sagt:

    Hi Dennis,

    bei mir war es genau anders herum. Durch meinen neu gestarteten Outdoor-Sport Blog hatte ich ein sehr aktives und spannendes Jahr. Ich hoffe sehr, dass ich 2016 daran anknüpfen kann – die ersten Pläne sind geschmiedet 🙂

    Ich wünsche dir, dass du deine Liste im nächsten Jahr umsetzen kannst und ich drücke die Daumen, dass vielleicht noch ein paar Punkte hinzukommen!

    Viele Grüße
    Udo

  8. Dirk sagt:

    Wer selbständig ist, wird nie mehr richtige Freizeit haben 🙂
    Zuerst arbeitet man viel, um das geschäft überhaupt zum Laufen zu laufen bringen.
    Hat man einigermaßen Aufträge, versucht man noch mher zu bekommen um schnellstmöglich eine halbwegs gesunde finanzielle Basis zu bekommen.
    Wenn es dann mal gut läuft, nimmt man jeden Auftrag an weil man ja damit Geld verdient … und/oder um Auftraggeber nicht zu verprellen.

    Selbständigkeit lohnt nur, wenn man mindestens 2-3 mal so viel verdient wie als als Angestellter.

    Und ein Haus hätte ich dafür nie und nimmer verkauft …

  9. Oft werden wir vom Alltag aufgefressen und wir geben der Natur zu wenig Zeit. Das kennen wir nur zu gut.

    Schöner Blog, viele gute Tipps! Weiter so.

    Beste Grüße

    Jojo und Jezz

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