Limes Ostertour 2010

| 8. Mai 2010 | 6 Kommentare

Dieses Jahr Ostern haben wir endlich unsere Limes-Wanderung mit dem Outdoorseiten-Forum von 2007 fortgesetzt. Da ich aus dem Süden kam und nicht bis Aachen zurück wollte, habe ich noch zwei Nächte im Garten von Marcus verbracht, bevor wir dann am Freitag die Rucksäcke gestemmt haben und richtung Startpunkt in Bad Ems getigert sind.

Freitag der 02.04.2010

Früh geht es raus aus den Daunen. Mittlerweile stehen schon zwei Zelte in Marcus‘ Garten und ziehen die neugierigen Blicke der Nachbarn auf sich. Ein orangenes Mountain Hardware EV3 von Alex, sowie mein Tarptent Contrail. Nachdem ich die knapp 2mm dicke Eisschicht auf meinem Tarptent bemerkt hatte, geselle ich mich zu den anderen um ein spartanisches Frühstück zu mir zu nehmen. Da ich die Tour mit möglichst geringem Gewicht durchziehen wollte, bestand mein Ernährungsplan aus Müsliriegeln, Schoki und Trekkingmahlzeiten.

Outdoorer auf dem Limes

Quelle: Nat Bergtroll

Kurze Zeit später sitzen wir schon im Zug gen Bad Ems, wo uns bereits eine große Gruppe an Forumsmitgliedern, sowie zwei Gästen erwartete. Natürlich müssen echte Männer erstmal in der Karte studieren, bevor sie sich auf den Weg machen, doch schon bald geht es dann richtig los. Der Limes führt uns heraus aus Bad Ems und hinauf auf die ersten Hügel unserer Tour. Das Wetter und die Temperaturen sind sehr angenehm und die Gruppe kommt gut voran. Da wir in einer so großen Gruppe von ca. 10 Leuten viel Rücksicht nehmen müssen, werden einige Pausen gemacht und auch mal die Sonne genossen.

Dennis auf dem Limes

Quelle: KuchenKabel

Natürlich fällt mein neuer Rucksack aus Cuben etwas aus der Reihe und zieht viele Blicke und auch einige Kommentare auf sich.

Gegen den späten Nachmittag kehrten wir dann im Ponyhof, einer kleinen Gaststätte am Wegesrand ein, um die verloren Energiereserven wieder aufzufüllen und uns für die kommende Nacht zu stärken.

Als wir dann kurz vor der Dämmerung unser Lager aufgeschlagen haben, wurde mein Pack schon zum Müllsack degradiert. Nat Bergtroll, der ihn zuvor jedoch einmal anprobiert hatte, war sehr positiv überrascht vom angenehmen Tragekomfort, sodass ich mit den Kommentaren der anderen leben konnte. Immerhin konnte ich mir verspannte Rücken und Gelenkprobleme ersparen.

Samstag der 03.04.2010

Laavu auf dem Limes

Quelle: KuchenKabel

Ein wunderschöner Morgen war es, als eine hoch motivierte Truppe von Wanderern aus ihren Zelten kroch. Gleich nebenan hört man den Specht ins Holz hacken und freut sich auf die bevorstehende Tagesetappe.

Ein paar Kilometer hinter uns holt schon ein 2-Mann-Trupp fleißig auf, um zu uns aufzuschließen. So wandern wir gemächlich weiter richtung Tagesziel. Um die Strecke ein wenig „abzukürzen“ wird ein „anderer Weg“ vorgeschlagen. Im Endeffekt hätten wir dann auch auf dem Limes bleiben können.

Am späten Nachmittag merken wir, dass unserer Verfolger nur gemächlich aufholen und beschließen nochmals in einer Wirtschaft zu verweilen. Nachdem wir schon unser Essen bestellt haben trifft auch endlich der Rest der Truppe ein, mit dem wir nach unserem Festmahl weiterziehen.

Die freundliche Wirtin empfiehlt uns noch einen geeigneten Lagerplatz an einer Grillhütte unterhalb des Dorfes, der sich in der Tat als nahezu perfekt herausstellt. Wir lassen die Zelte im Rucksack und begnügen uns mit dem Komfort der zwei Hütten. Nach etwas Geartalk und einem spaßigen Abend geht es dann ab in die Schlafsäcke.

Sonntag der 04.04.2010

Grillhütte auf dem Limes

Quelle: Nat Bergtroll

Nach einer ruhigen Nacht in der Grillhütte geht die Sonne auf und wärmt uns in den stillen Morgenstunden mit ihren Strahlen. Durchbrochen wird diese Stille nur durch das röhren der ersten Kocher die starten um Pfannekuchen und ähnliches zu kochen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann wieder auf dem Limes, der uns wie eigentlich jeden Tag über Forstwege und Felder führt. Ab und an ein paar Ruinen oder Schilder mit dem Verweis auf ehemalige Türme.

Im Laufe des Nachmittags passiert es dann… Irgendwie trete ich falsch auf und meine Wade, sowie der Spann im rechten Fuß verzerren sich und ich kann nur noch Humpeln. Nachdem wir zwei tapfere Mitstreiter der Gruppe verlieren gehen wir zu einer Weiteren Gaststätte zwei Orte weiter, wo ein anderer Wandersmann wieder zu uns stößt. Da mein Budget aufgebraucht ist, verzichte ich auf ein Mahl und gönne meinem Bein etwas Erholung.

Quelle: Nat Bergtroll

Als wir wieder losziehen, ist die Zerrung fast verschwunden und ich kann wieder an der Spitze des Trosses herumhüpfen. Aus Sicherheitsgründen lasse ich natürlich das Hüpfen weg!

Da wir jemanden in der Gaststätte vergessen haben zieht sich unsere Gruppe leicht auseinander. Während wir zu dritt oben auf einem bewaldeten Hügel auf den Trupp warten, welcher sich wiederholt verlaufen hatte, tritt die Dunkelheit ein und aus unserer Limes-Wanderung wird vorerst eine Nachtwanderung. Mit Stirnlampen bewaffnet geht es dann richtung Zeltplatz.

Diesen schlagen wir dann in einem kleinen Waldstück auf, das nicht soo optimal war wie wir es uns vorgestellt haben. Doch wer im Dunkeln sein Lager aufschlägt muss damit rechnen, dass er zwangsweise direkt an einem Forstweg campt.

Montag den 05.04.2010

Taunusstein-Limes-Panorama

Quelle: Westwood

Es geht weiter! Das Ende unserer Tour liegt in greifbarer Nähe. Hoch motiviert brechen wir nach Taunusstein auf, welches nur noch 2-3 Stündchen entfernt ist. Ohne größere Zwischenfälle erreichen wir letzten Endes die Bushaltestelle, die das Ende unserer Tour markiert. Hier nehmen wir Abschied von den ersten Mitwanderern und freuen uns darauf eine angenehme Dusche zu nehmen 🙂

Fazit

Wie ihr schon an meiner „ausführlichen“ Schilderung der Landschaft erkennt, ist der Limes kein Highlight unter den Wanderwegen. Er hat zwar ab und zu einmal schöne Ecken, ist aber nur mit einer lustigen Gruppe zu empfehlen, da es sonst recht schnell öde werden kann. Es hat mich sogar einiges an Überwindung gekostet, überhaupt etwas zu dieser Tour zu schreiben. Also belasse ich bei einer groben Umschreibung der Ereignisse (ohne die vielen lustigen Insider) und hoffe euch wenigstens mit den Bildern von Westwood,  Nat Bergtroll und KuchenKabel etwas liefern zu können.

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Kategorie: Reiseberichte

Kommentare (6)

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  1. hrXXLight sagt:

    endlich mal einer der ws von der tour schreibt. auf dem ODS klappt das ja nicht so recht 🙂

    die nachzügler und die fusskranken hatten wir letztes jahr auch bei unserer tour auf dem Urwaldsteig. denke dass läßt sich nicht vermeiden, weil man es nie allen in so einer großen gruppe recht machen kann

  2. Hendrik sagt:

    Meine Güte, was da für ungetüme an Rucksäcken dabei sind, unglaublich. Das müssen ja ganz kranke sein, die sowas durch die Gegend schleppen – ausgerüstet um in Lappland im Winter unterwegs zu sein…

    Von den Fotos zu urteilen sieht es doch nicht so schlimm aus, aber vielleicht liegt es auch daran das ich ewig nicht mehr in Deutschland wandern war und das dann ganz attraktiv finde =)

  3. Michael sagt:

    Hallo,

    die riesigen Rucksäcke finde ich auch sehr heftig. Da stimme ich Henrik absolut zu. Was hat denn Becks da so alles dabei? Auf meiner letzten Ostertour hatte ich kaum etwas dabei, schließlich war das Wetter auch sehr moderat. Sicherlich ist unser Outdoorspaß ein faszinierendes Hobby aber man sollte den gesunden Mittelweg finden und weder zu viel Gewicht als auch zu viel Hightech dabei haben.

    weiterhin viel Spaß und liebe Grüße,

    Michael

  4. dani sagt:

    ein schöner bericht. ich hoffe die UTLCH oster-tour 2012 wird auch so schön. was hat der typ im ersten bild rechts denn alles dabei? will er etwa den aconcagua des taunus‘ besteigen? 😉

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